Seniorenfahrt 2017

der DAV-Sektion Mönchengladbach




Schloss

Als die Tour unserer Sektion, von Gaby Plischke ganz vorzüglich organisiert, am 10. Oktober startete, sagte der Wetterbericht in der „RP“ für diesen Tag voraus: „Dichte Wolken, regnerisch“. Wir haben aber Glück, denn bei den Spaziergängen in den Schlossgärten und innerhalb der Stadtführung durch das kleine Städtchen Brühl fisselte es nur ganz leicht und kurz. Am Nachmittag durchdringt die Sonne einmal die dichten Grauwolken und zaubert ein schönes Spiegelbild auf den Spiegelweiher des Rokkokobaues am oberen Ende des Schlossgartens.


Im Inneren des Prachtbaues reiht sich Glanzpunkt an Glanzpunkt. Herausgehoben seien hier nur die Jagdzimmer, in denen feinst gewebte Gobelins einige der vielen prunkvolle Fest-, Repräsentation- und Wohnräume schmücken. In einem der Webkunstwerke sah ich eine köstliche Szene: Höchst erschrocken reagiert die fürstbischöfliche Jagdgesellschaft, als die Flinte eines der Waidmänner durch einen „Rohrkrepierer“ auseinanderbirst.

Zum absoluten Höhepunkt der Innenarchitektur von Schloss Augustusburg, begonnen 1725 von J.C. Schlaun und vollendet durch F.de Cuvilliés 1770, stellt sich das Treppenhaus von Balthasar Neumann, einer der großartigsten Kunstschöpfungen in Europa dar. Außerdem bestaunen wir Ornamente, feuervergoldete Treppengitter, Marmortreppenstufen, gerade und geschwungene Zierleisten, florale Stuckornament-Applikationen sowie Säulen und Wandvertäfelungen aus Stuckmarmor, die zusammen eine hinreißende Schöpfung voller Dynamik und Eleganz ergeben . Das Deckenbild von C. Carlone ist nebenbei bemerkt auch noch ein Meisterstück des Illusionismusses.

Fazit für mich: ein betörend-sinnliche Symphonie aus Formen und Farben !

Ein kulturelles Kontrastprogramm bilden dann die kleinen Wanderungen durch die aus Zirkelschlagornamenten kunstvoll gestalteten Zierbeete mit sorgfältig zurecht gestutzten Buchsbaum und die Waldbereiche des „Englischen Gartens“ am Wege zum Jagdschloss Falkenlust. Die streng zurechtgestutzten Gewächse im Barockgarten nach französischen Vorbildern gestaltet und der scheinbare Wildwuchs der Flora im „Englischen Garten“ sind auch Metaphern für den Absolutismus im Rheinland dieser Zeit und der sich zaghaft entwickelnden vordemokratischen Gesinnung in Britannien des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Neben dem Kulturellen kam aber auch das Kulinarische nicht zu kurz. Im geschmackvoll umgestalteten Bahnhof ,dem „Brühler Wirtshaus“, wurden wahrhaft riesige Schnitzel serviert, von denen sich manche Senioren vom freundlichen Personal große Reste als „Rucksackverpflegung“ einpacken ließen.

Nach einer humorvoll kurzweiligen Führung durch Brühl, in dem durch zwei völlig sinnlosen Flächenbombardements im Februar und März 1945 der Alliierten leider fast alle historisch wertvollen Substanzen der Zerstörung anheim fiel, blieb im „Gregor`s“ noch viel Zeit übrig um in geselliger Runde über das Erlebte zu plaudern.

Wolfgang L´Hoest






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